Auch ein Jahr nach Friedrich Schillers 250. Geburtstag haben sich die vier Thüringer Schillerstädte Jena, Meinigen, Rudolstadt und Weimar für die Fortführung eines gemeinsamen soziokulturellen Projektes entschlossen: Drehte sich 2009 alles um die dramatischen "Helden", steht dieses Jahr die "Leidenschaft" in Texten und Leben des Dichters im Mittelpunkt der Projekte von Jugendlichen und Erwachsenen. Durch die vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen wird eine Brücke zwischen Schillers Gestern und unserem Heute, zwischen Hoch- und Breitenkultur, sozialen Gruppen und einzelnen Menschen geschlagen.
Am 11. Juni erwarten Sie auf der großen Bühne im Theater eine "Schillerrevue" aus Jena, in der knapp 50 Mitwirkende im Alter zwischen 6 und 40 Jahren mit Schauspiel, Musik, Bewegungs- und Schwarzlichttheater einen abwechslungsreichen Einblick in Schillers Leben und Schaffen eröffnen. Eine junge Truppe aus Meiningen präsentiert ihre Ergebnisse zur Persönlichkeit Schillers in Videoclips, Hip-Hop und Graffitis: Hinter dem Titel "Schiller statt Chiller" verbergen sich die kreativen Versuche der Jugendlichen, Bezüge zwischen ihrer und Schillers Lebenswelt und Leidenschaft herzustellen. "Wer darf mir Halt gebieten?" fragt sich nicht nur Schillers Johanna von Orléans, sondern auch fünf Laienschauspielerinnen verschiedener Generationen und unterschiedlicher sozialer wie geografischer Herkunft aus Weimar. Durch die Collage verschiedener Frauenfiguren wird deutlich, dass sich Leidenschaft für Schiller nicht nur auf Liebe und private Beziehungen beschränkt, sondern sich ebenso in Kampf, Krieg, Macht, Hass, Rache, Politik, aber auch im Ringen um Tugend, Schönheit und Harmonie widerspiegelt.
Seinen Abschluss findet das "Fest der Leidenschaften" am Abend in der Uraufführung des Rudolstädter Beitrages "Leidenschaft hoch drei" am ehrwürdigen RSC-Denkmal im Heinrich-Heine-Park: Wie in Schillers 1. Teil der "Wallenstein-Trilogie" wird für eine knappe Woche ein Zeltlager errichtet, in dem sich ein "furchtbarer Haufen" aus 40 Jugendlichen zusammenrottet, um als leidenschaftliches Kollektiv ein gemeinsames Ziel zu bilden und zu erreichen. Dieses wird im Anschluss mit einer Open-Air-Party für alle Teilnehmer und Zuschauer gebührend gefeiert.
Die Schiller-Projekte und das Fest der Leidenschaften werden gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Schirmherrschaft: Christoph Matschie
Moderation: Steffen Mensching
Projektleitung: Matthias Spaniel