Schiller - Frauen - Leidenschaft
Autorin Gudrun Wuttke konzentriert sich in ihrer Collage aus Schiller-Texten auf die Frauenfiguren und deren Leidenschaften. Schiller folgend, beschränkt sie Leidenschaft nicht auf Liebe und private Beziehungen, sondern entdeckt sie ebenso in Kampf, Krieg, Macht, Hass, Rache, Politik, Geschäft, aber auch im Ringen um Tugend, Schönheit und Harmonie. Es geht darum, die menschliche und die politische Brisanz von Schillers Themen herauszustellen und seinem analytischen Blick auf die gesellschaftlichen und psychologischen Ursachen für das Misslingen menschlicher Beziehungen zu folgen.
Keine leichte Aufgabe für die fünf Laienschauspielerinnen aus verschiedenen Generationen und unterschiedlicher sozialer und geografischer Herkunft. Sie treten zunächst als Musen mit einem Schiller-Prolog auf und spielen dann Szenen aus verschiedenen Stücken. Szenenwechsel passieren durch die Veränderung des Lichts und des Standorts der Darstellerinnen, so dass mit sparsamsten Mitteln unterschiedliche Situationen aus unterschiedlichen Stücken (u. a. Maria Stuart, Piccolomini, Kabale und Liebe, Johanna von Orléans) dargestellt werden können.
Das Projekt folgt dem soziokulturellen Ansatz und wird vom Frauenzentrum Weimar e. V. in Kooperation mit der Kulturdirektion der Stadt Weimar verwirklicht. Die Darstellerinnen - Jugendliche, Frauen mittleren Alters, Spätaussiedlerinnen/Migrantinnen - sind Laien, die auf diese Weise persönlich in die Auseinandersetzung mit Schiller gezogen werden. Die Auswahl der Darstellerinnen aus unterschiedlichen Milieus sorgt für einen zusätzlichen Multiplikationseffekt des kulturellen Dialogs.